Informatives - Gedichte & Vorstellungen

 

Gedichte

Das Gebet eines Streuners - Autor leider unbekannt

Lieber Gott bitte hilf mir bei meiner Qual,
der ganzen Welt bin ich egal,
niemand da, der an mich denkt,
der mir ein wenig Liebe schenkt.

So müde von der Streunerei,
zieht keine Hoffnung mehr vorbei.

Vor Schmerzen kann ich kaum noch stehn,
muss trotzdem durch den Regen gehn.

Bei meinem schweren Gange hier,
verzweifle ich und bet' zu dir:
und niemand der mich wirklich liebt,
mir eine warme Obhut gibt.
Mit einem schönen warmen Bett.

Ja- und 'nen Knochen, das wär nett!

Beim letzten Herrchen war es schlimm,
bin froh, dass ich dort nicht mehr bin.

Ohne Wasser, angekettet,
hat mich nur die Flucht gerettet.

Meine Leine hab ich durchgebissen,
und bin von dort dann ausgerissen.
Lieber ein Streuner ! Lieber allein!
Alls ewig eingesperrt zu sein.

Jetzt lieber Gott, bin ich geschafft.
Ich kann nicht mehr, mir fehlt die Kraft.
Bin müde, hungrig, mir ist kalt,
ich fürchte, Gott ich werd' nicht alt.

Mit Stöcken jagt man mich und Steinen,
doch mir bleibt keine Zeit zum weinen.

Muss durch die Straßen, Knochen finden, obwohl stetig meine Kräfte schwinden,
Hab's nicht verdient, bin eigentlich gut,
will nicht dass man mir böses tut.
Von Würmern geplagt, von Flöhen gebissen,
lieber Gott ich möcht von dir wissen
ob's Jemanden gibt auf dieser Welt dem ich,
und der auch mir gefällt.

Sollt es diesen Jemand geben
so würde mein Herz vor Freude beben.
Ja! Alles würd' ich für ihn machen
und kau auch nicht auf seinen Sachen.
Ihm lauf ich ganz bestimmt nicht fort,
ich liebe ihn und hör aufs Wort.
Doch so schwach,allein wie ich jetzt bin, macht Weiterleben
keinen Sinn.
Schmutzig und unendlich mager weine ich jede Nacht
in meinem Lager.
Weil ich mir sorgen mache, ob ich am nächsten Tag erwache.
Soviel Liebe und Treue kann ich geben,
will deshalb eine Chance im Leben.
Oh, lieber Gott erhör' mich gleich,
bevor die letzte Hoffnung weicht
und schick Jemand der mich liebt.
Mein Gott, wenn es dich wirklich gibt.

 

Ein Hundekind - von Verena Wels

Ich bin jetzt noch ein Hundekind,

im Spätsommer kam ich zur Welt,

dass manche Menschen grausam sind,

hat meine Mama mir erzählt.

 

Sie wurde nie gechippt, geimpft kastriert,

für ihre Schönheit war man blind,

doch eines hab ich noch nie kapiert:

wieso Rassehunde anders sind!

 

Die Mama hat niemals ein Sofa gesehn,

eine kalte Tonne war ihre Hütte.

Auch konnte sie niemals spazieren gehn,

um den Hals hielt sie fest eine 1 Meter Kette.

 

Meine Geschwister wurden weggebracht,

sie hatten noch die Augen zu.

Ich weiß auch nicht wie man so was macht

und abends schläft in himmlischer Ruh

 

Als Mama das dritte Mal Junge bekam,

hat man ein bisschen nachgedacht.

Vielleicht empfand man auch etwas wie Scham,

denn nun hat man auch Mama weggebracht

 

Ihre Kette legte man mir um den Hals,

ich sollte an ihrer Stelle liegen.

Ein Welpenjunge jedenfalls

kann ja keine Babys kriegen

 

Die Kette war groß und ich schlüpfte heraus,

ich wollte so gern die Mama suchen.

So zog ich nun von Haus zu Haus,

gejagt von Menschen die treten und fluchen.

 

So ziehen die Tage an mir vorüber,

mit Hunger und Durst und Einsamkeit.

Und langsam erinnern sie mich wieder,

an Mamis Worte von menschlicher Grausamkeit

 

Eines Tages kann ich nicht mehr,

ich bin schwach und krank, dem Tode zugewandt.

Doch plötzlich kommt eine Frau daher,

hebt mich auf mit streichelnder Hand.

 

Sie bringt mich zum Arzt und pflegt mich gesund.

Ich wusste ja nicht dass es auch solche Menschen gibt.

Sie nennt mich "einen schönen Hund"

und wird von mir zurückgeliebt.

 

Sie sagt ich kann nicht bleiben hier,

was mich schier verzweifeln lässt.

Doch vertrauen soll ich ihr,

dass eine Tür in die Zukunft offen ist!

 

Meine Mama hab ich nie wieder gefunden,

sie wurde gequält, getriezt und geschunden.

So bitten nun die Frau und ich,

nimm mich auf und liebe mich!

 

Ich weiß nicht was man von Rassen hält,

von Macht und Schönheit und vor allem Geld.

Was lieben heißt durfte ich kennen lernen,

den höchsten Wert

auf dieser Erden.

 

Der treue Hund – Autor unbekannt

Wenn alle dich meiden und hassen, ob mit oder ohne Grund,
wird einer dich niemals verlassen, das ist dein treuer Hund.

Und würdest du ihn sogar schlagen, ganz herzlos und ohne Verstand,
er wird es ertragen und leckt dir dafür noch die Hand.

Nur Liebe und selbstlose Treue hat er für dich immer parat.
Er beweist dir täglich aufs Neue wie unsagbar gern er dich hat.

Nennst du einen Hund dein eigen, wirst du nie verlassen sein
und solltest du vor Einsamkeit schweigen, so bist du doch niemals allein.

Wird einst der Tod dir erscheinen und schlägt dir die letzte Stund',
wird einer bestimmt um dich weinen, das ist dein treuer Hund.

Drum schäme dich nicht deiner Tränen, wenn dein Hund von dir geht.
Nur er ist, das will ich erwähnen, ein Wesen das stets zu dir steht.

 

Titel unbekannt - Autor: I. Winiawsky

Man hat mich gesehen und kaufte mich prompt,
denn ich bin ein Hund, der vom Züchter kommt.
Und wird es nicht allenthalben empfohlen,
man soll gute Hunde beim Züchter holen?
Und alle Erwartungen trafen ein:
Ich bin hübsch, lieb und kann auch folgsam sein."

"Mich hat man am Strand draußen aufgelesen,
da bin ich seit Monaten schon gewesen.
Man hat mich getreten, es gab nichts zu fressen,
dann stieß man mich weg und hat mich vergessen.
Bin alt nun und krank, mein Herz tut mir weh.
Hab' nur gelernt, dass ich gar nichts versteh'."

"Ich wurde in einer Tonne geboren,
meine Finder gaben mich schon verloren.
Meine rechtes Ohr hängt, das Linke blieb stehen,
und auf einem Auge kann ich nicht sehen.
Ich liebe die Menschen und weiß nicht warum.
Sie finden mich hässlich, mickrig und dumm."

"Ihr seht, ich bin hübsch und mein Fell ist glatt.
Man pflegte mich gut in der großen Stadt.
Sie haben mich sogar angezogen,
operiert und die Ohren hochgebogen.
Dann wurde ich an einen Baum gebunden,
dort hat mich nach Tagen jemand gefunden."

"Und du? Wer bist du? Hast noch nicht gesprochen.
Hast bis jetzt mit der Nase am Gitter gerochen.
Wenn sie kommen, um einen auszusuchen,
verschmähst du all' ihre Hundekuchen.
Siehst niemanden an und willst dich nicht binden.
Möchtest du keine neue Familie finden?"

Eine Pause tritt ein. Niemand sagt ein Wort.
Der Blick des Gefragten driftet weit fort.
Sein Kopf ist erhoben, die Schultern gestrafft,
der Körper ist mager und doch voller Kraft.
Dann dreht er sich um, sein Schwanz fächelt leicht
den Wind, der von Norden herüberstreicht.

Der Blick seiner blauen Huskyaugen
scheint sich am Fragenden festzusaugen.
"Versteht Ihr nicht", flüstert er in den Wind, "
dass wir nur eine Laune der Menschen sind?
Sie wollen uns schaffen nach ihrem Gefallen
und wissen doch nicht wohin mit uns allen.
In dieser Sekunde sind wir schon verloren,
denn es werden tausend Welpen geboren.

Wir sind viel zu viele, das ist der Betrug,
denn Menschen bekommen niemals genug.
Sie wissen es alle, doch die endlose Flut
immer neuer Hunde gefällt ihnen gut.
Die endlosen Züge der Überschussfracht
sind im Tierheim ja wunderbar untergebracht."

Sanft hebt er die Schnauze, setzt an zum Gesang.
Ein klagender Ton zieht die Gitter entlang.
Eine Türe schlägt zu, und dann schweigt er still,
weil das, was er weiß, niemand wissen will.
Er legt sich nieder, bettet ruhig sein Haupt.
Oh ja, es sind viele! Viel mehr, als man glaubt...

 

Eine grausame und wahre Geschichte

2001 konnte Wolfi freigekauft werden, der ca. zehn bis 12 Jahre in einem Verlies in fast völliger Dunkelheit, mit einer Kette von 120 cm an die Wand angekettet war. Ein Leben lang im eigenen Kot und Urin, kein Liegebrett, keine Sonne, nichts! Als Futter nur Kartoffelschalen, verschimmelt. Nach einem Hinweis aus der Nachbarschaft - hat lange genug gedauert - konnte bereits am nächsten Tag der Wolfspitz freigekauft werden. Ich habe seit mehr als zehn Jahren keinen solchen Fall mehr erlebt, und ich habe in dieser Zeit viel gesehen. Soweit es geht werden wir Wolfi einen kleinen Hundehimmel im Tierheim bereiten. Er soll für den Rest seines Lebens noch Menschen kennen lernen, nicht nur menschlichen Abfall"

Der alte Kettenhund
Ich bin allein; es ist schon Nacht
und stille wird´s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht
Dort ruht mein Herr sich aus. Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
Und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh`. Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt. Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr,
der Regen tropft durch´s morsche Dach,
Stroh gab´s schon längst nicht mehr. Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört-
und wüßt mein Herr auch, was mir fehlt
er wird nicht gern gestört. Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal
leck´ ich die Schüssel aus,
den Knochen, den ich jüngst versteckt,
den grub ich längst schon aus. Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloß.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück
und nie werd´ ich sie los. Was Freiheit ist, das lern ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich da, wart´ auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.

 

 

Brief eines Welpen

 

Heute bin ich gestorben.

Ihr habt genug von mir gehabt.

Ihr habt mich in ein Tierheim gebracht. Es war überfüllt.

Wahrscheinlich bin ich unter einem unglücklichen Stern geboren.

Jetzt liege ich in einem schwarzen Plastiksack.

Mein Halsband, was zu klein war und auch schmutzig, hat die Frau,

die mich auf das ewige Jagdfeld geschickt hat, abgenommen.

Das, und die kaum benutzte Leine, die ihr hier gelassen habt,

wird ein anderer Welpe bekommen.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn ich den Schuh nicht zerkaut hätte?

Ich wusste nur, dass es Leder ist und es lag vor mir auf dem Boden.

Ich wollte nur spielen. Ihr habt vergessen, mir Hundespielzeug zu

kaufen.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn ich stubenrein gewesen wäre?

Ihr habt meine Nase da hinein gedrückt.

Ich verstand es nicht. Es gibt doch Bücher und Schulen,

wo man lernen kann, wie man Welpen so etwas beibringt.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn ich keine Flöhe in die Wohnung geschleppt hätte?

Aber ohne Mittel kann man sie nicht loswerden.

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn ich nicht gebellt hätte?

Aber ich habe doch nur gesungen:

Ich bin da, ich bin da, ich bin erschrocken und so einsam.

Ich möchte Euer bester Freund werden!

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn ich Euch erfreut hätte?

Aber wenn Ihr mich schlagt, wie kann ich Euch da erfreuen?

Hätte es sein können, dass ich immer noch bei Euch zu Hause wäre,

wenn Ihr mich gelehrt hättet, mich richtig zu benehmen?

Nach der ersten Woche habt Ihr keine Zeit mehr für mich gefunden.

Ich habe den ganzen Tag auf Euch gewartet.

Heute bin ich gestorben.

Euer Welpe

 

Der wartende Hund!!!!

Wartend in der heißen Mittagssonne sitzt ein Hund, zu treu um zu gehen, zu erschrocken um wegzulaufen. Er ist nun seit Tagen dort ohne etwas zu tun, er sitzt an der Straße und wartet auf Dich. Er versteht nicht warum Du ihn zurückgelassen hast an diesem einem Tag, er dachte Du stoppst um mit ihm zu spielen. Er ist sich sicher das Du zurückkommen wirst und das ist der Grund warum er wartet ...wie lange noch muss er es ertragen???
Wie viele Tage noch? Seine Läufe werden müde. Seine Kehle ist trocken und ausgedörrt. Er ist krank vor Hunger, er fällt mit einem Seufzer. Er legt seinen Kopf nieder und schließt seine Augen. Ich wünschte Du müsstest sehen wie ein wartender Hund stirbt...

 

Warum?

Du hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen,
Du hast mich mit Nachhause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.
Du hast mich stolz spazieren geführt,
die Bewunderung der Passanten gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt,
und dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich auf den Teppich gemacht.
Da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musstest du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.
Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit,
dann hab' ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel, und du wurdest laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen,
und ich habe Deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur nur noch selten raus,
Du hast mir Futter und Wasser gegeben
und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden -
hattest die Nase voll von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr saubergemacht,
mir nur noch meinen Freßnapf gebracht.
Dann hab' ich gewußt, bald ist es vorbei,
denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.
Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzen Leben genommen.

Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen.
Hast auf alle meine Gefühle gepfiffen.
Dein Herz ist kalt. Wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug bist du - arm...

 

"ICH HATTE DICH LIEB !"

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt.
Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich ! Noch ein kleiner Spaziergang
vor dem Urlaub - Hurra !

Wir fuhren mit dem Wagen und Du hast am Straßenrand angehalten.
Die Tür ging auf und Du hast einen Stock geworfen. Ich lief und lief,
bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte,
um ihn Dir zu bringen. Als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da !

In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen, um Dich zu finden,
aber ich wurde immer schwächer. Ich hatte Angst und großen Hunger.
Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit.

Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete dort auf Deine Rückkehr.
Aber Du bist nicht gekommen.

Dann wurde mein Käfig geöffnet, nein Du warst es nicht - es war der Mann,
der mich gefunden hatte. Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod !
Meine Stunde war gekommen.

Geliebtes Herrchen, ich will, dass Du weißt, dass ich mich trotz allen Leidens
das Du mir angetan hast, immer noch an Dein Bild erinnere.
Und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte -
ich würde auf Dich zulaufen, denn
ICH HATTE DICH LIEB !!
~~~°~~~
Diese traurige Geschichte stammt aus einer Belgischen Zeitung,
mit der Bitte sie zu verbreiten.

Wenn mit dieser Geschichte auch nur ein einziger Hund
vor so einem Schicksal bewahrt wird, ist schon viel gewonnen.

Ein Mensch der mehr nachgedacht hat.
 

 

Buchvorstellung

Anders – aber trotzdem glücklich

Hunde mit Handicap

Herausgegeben von Anke Dalder

272 Seiten, ISBN 978-3-927708-39-6, 19,90 Euro

MariPosa Verlag 2007

Von Albina bis Zausel – jeder ist ein besonderer Hund, weil er ein Handicap hat, das ihn von normalen Hunden unterscheidet: Er ist körperlich behindert, alt, krank oder reagiert aufgrund seiner Erfahrungen verhaltensauffällig.

Ihre Besitzer scheuen keine Mühen und entwickeln allerlei Fantasie, aber dieser Einsatz wird belohnt. Die 60 hier zusammengetragenen Geschichten zeigen, dass Hunde mit Handicap »trotzdem glücklich« sind und ihren Menschen viel Freude bereiten. Dennoch spricht manch einer ihnen das Recht zu leben ab.

Dieses Buch beseitigt Zweifel und räumt mit Vorurteilen auf.

»Man wirft ein Leben nicht weg, nur weil es ein wenig beschädigt ist.« Diesen Satz eines unbekannten Autors würden sicher alle Menschen unterschreiben, doch wie sieht die Wirklichkeit aus, wenn man ein behindertes Tier sieht?

»Dass Sie den nicht wieder zurückgegeben haben!« »So ein Hund gehört eingeschläfert, es ist doch eine Qual für ihn zu leben.« Solche und ähnlich schockierende Sätze müssen sich Besitzer dieser Tiere immer wieder anhören, ebenso zweifelhafte Prognosen und Klischees, dass man nur Probleme bekäme und »solche Hunde« bissig und gefährlich wären. Wie so oft, ist es Unwissenheit und manch ein Mensch entschuldigt sich später für sein vorschnelles Urteil, wenn er sich nähere Informationen über die Sachlage verschaffen konnte und sich auf das Neue erst einmal eingelassen hat.

Unsicherheit und Skepsis machen aber auch vor erfahrenen Hundebesitzern nicht halt, wenn sie zum ersten Mal einen Handicap-Hund haben. Da es kaum geeignete Literatur und auch im Internet wenig helfende Hinweise gibt, schleichen sich Denkfehler ein. Nur im Zusammenleben wird klar: Ein behinderter Hund »grübelt« – im Gegensatz zu einem behinderten Menschen – nicht über seine Behinderung nach. Daher kann er sich prächtig entwickeln und ein fröhliches, ausgeglichenes Tier werden, das jeden einzelnen Tag aufs Neue genießt und vor Lebensfreude geradezu strotzt. Die Wunden heilen, das Vertrauen kommt wieder und manch ein bereits totgesagter Hund »entscheidet sich«, es doch noch etwas länger zu versuchen.

Dabei sind Pflege und Erziehung nicht immer schwerer als bei anderen Hunden. Aber es lohnt sich auch, Strapazen auf sich zu nehmen und manchmal einen längeren Weg zu gehen. Darin sind alle Besitzer sich schließlich einig. Sie möchten keinen Tag mehr ohne ihre Lieblinge sein, empfinden sie als absolute Bereicherung und entscheiden sich immer wieder für eine solche Aufgabe. Hunde mit Handicap zeigen jeden Tag ihre Dankbarkeit und möchten nur eines: dem Menschen, der sie liebt, gefallen und ihm ihre ganze Liebe schenken, auch wenn sie vorher noch so viel Qual und Unrecht erdulden mussten.

Der wiedergewonnene Lebenswille und die schier unendliche Zuversicht lassen die Besitzer manchmal sogar eigenes Leid vergessen, zumindest aber kann die Einstellung dazu grundlegend verändert werden. Passiert dem blinden Hund Jesse z. B. ein Missgeschick, schüttelt er sich kurz und weiter geht’s. Auf Mitleid kann er verzichten und auch seine Kumpel, deren Geschichte in diesem Buch aufgeschrieben ist, stellvertretend für viele andere Schicksale.

Hunde mit Handicap: Ob körperlich oder geistig behindert, stigmatisiert durch Alter, Krankheit oder Rassenzugehörigkeit, aus dem Ausland oder aus zweiter, manchmal auch dritter oder vierter Hand – haben nicht alle eine Chance verdient? Warum soll man ihnen ihr Leben nehmen, wenn sie keine Schmerzen haben und nicht leiden?

Das Buch gibt viele Antworten auf Zweifel und Vorurteile. Dabei ist es unterhaltsam und informativ zugleich.

Hunde mit Handicap sind Kämpfer mit dickem Fell und nicht selten echte kleine Stars.

Zu beziehen über die Herausgeberin Anke Dalder, Tel.: 06231/ 40 300 99, Fax: 06231/ 916386, e-mail: info@Tierischer-Laden.de, www.Tierischer-Laden.de, den Verlag oder jede Buchhandlung

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